Wärmebehandlung von eisen und gusseisen
Härtung
Durch die Härtung wird die Härte von Stahlteilen erhöht, indem diese auf die Vorkristallisationstemperatur erwärmt und anschließend durch Eintauchen ins Wasser bzw. Öl schnell abgekühlt werden.
Eine Thermalhärtung liegt bei einer Erwärmung auf die gleiche Temperatur vor, wobei die Abkühlung zuerst im heißen Öl bzw. Salzbad bei einer Temperatur von ca. 230°C stattfindet, und erst dann eine Luftabkühlung erfolgt. Weitere Härtungsarten: Zwischenstufenhärtung, gebrochene Härtung, Oberflächenhärtung u. ä.
Härtestraße
Eine Härtestraße besteht auch einem elektrischen Widerstands-Kammerofen, der für die Erwärmung des Einsatzes auf eine Temperatur von höchstens 1280°C dient, aus Härtewannen für die Abschreckung des Einsatzes im Wasser bzw. im Öl und aus entsprechenden Ablageflächen. Des Weiteren enthält eine Härtestraße eine Handhabungseinrichtung (einen Manipulator), die zum Einlegen und Handhabung des Einsatzes in Kammeröfen, Härtewannen und Ablageflächen dient.
Glühen
Durch diesen Vorgang wird die Materialhärte reduziert, und dadurch die Bearbeitbarkeit erhöht. Des Weiteren wird dadurch die Innenspannung verringert, und das gewünschte Mikrogefüge erreicht. Die Stahlteile werden auf eine Temperatur von 700°C (bei Messing bis 800°C, Nickel 960°C bis 1200°C) erwärmt, auf dieser Temperatur zwei Stunden lang gehalten und dann langsam abgekühlt. Bei einer besonders weichen Stahlglühung beträgt die Temperatur nach Erwärmung 1000°C (bei Kupferlegierungen 600°C), und dann folgt eine schnelle Abkühlung. Das Blankglühen wird in einer geregelten Atmosphäre durchgeführt, dabei wird eine Oxidation und Entkohlung der Stahloberfläche vermieden. Weitere Glüharten sind das Normalglühen, Zwischenstufenglühen, Rekristallisationsglühen, Homogenisierungsglühen u. ä.
Anlassen
Dieser Vorgang folgt in der Regel nach der Härtung. Die gehärteten Gegenstände sind zwar sehr hart, aber zugleich sehr spröde. Deshalb werden sie einer weiteren Wärmebehandlung – dem Anlassen – unterzogen. Die gehärteten Teile werden auf 150°C – 600°C erwärmt, und nach einem Stillstand auf der Anlasstemperatur werden sie allmählich kalt. Dadurch wird ein Kompromiss zwischen der Stahlhärte und –sprödigkeit erreicht, die Innenspannung wird entlastet.
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